Staatlichkeit, Fachkulturen und Infrastruktur in digitalen Heritage-Daten

active 6.05.2026

Beschreibung

Ein erheblicher Teil der in Deutschland entstehenden archäologischen Forschungsdaten wird im Kontext öffentlicher Aufgaben erhoben, insbesondere im Auftrag von Ländern und Kommunen, und in den Landesdenkmalämtern verwahrt, erschlossen und langfristig gesichert. Diese Daten sind für die wissenschaftliche Nutzung von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig führen die im Rahmen der Kulturhoheit der Länder ausgeprägten föderalen Zuständigkeiten zu heterogenen rechtlichen, institutionellen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen, die eine einheitliche, FAIR-konforme Zugänglichkeit und Nachnutzung bislang erschweren.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Relevanz des NFDI-Querschnittsthemas „Öffentliche Daten“ besteht ein wachsender Bedarf an einer systematischen Einordnung dieser Strukturen. Das Community Cluster „Governance of Federated Heritage Data Infrastructures“ greift diese Ausgangslage auf und zielt auf eine strukturierte Analyse der Bedingungen föderierter Dateninfrastrukturen für die materielle Kultur. Im Zentrum steht eine vergleichende Bestandsaufnahme der rechtlichen Rahmenbedingungen in den Ländern, einschließlich der jeweiligen Gesetzeslagen, institutionellen Infrastrukturen und einschlägigen Handlungsanweisungen im Hinblick auf die Veröffentlichung und Nutzung von Forschungsdaten in den Landesdenkmalämtern.

Auf dieser Grundlage könnte in einer TWG und in enger Abstimmung mit den Landesdenkmalämtern ein strategischer Rahmen zur Stärkung und Weiterentwicklung der Dateninfrastrukturen erarbeitet werden, der sowohl den Anforderungen staatlicher Stellen als auch den Bedarfen der wissenschaftlichen Community Rechnung trägt. Ziel wäre es, gemeinsam tragfähige Ansätze für Standardisierung, Datenaustausch und nachhaltige Infrastrukturentwicklung unter föderalen Bedingungen zu identifizieren, bestehende Praktiken sichtbar zu machen und in eine abgestimmte Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen den Landesbehörden und der NFDI4Objects-Community zu überführen.

Gegenstand des Clusters sind Fragen des Datenaustauschs und der übergreifenden Nutzung. Dabei orientiert sich das Cluster an bestehenden Empfehlungen, insbesondere des Verbandes der Landesarchäologen, und versteht sich als Beitrag zur weiteren Abstimmung und Vernetzung im Kontext föderierter Dateninfrastrukturen.

Ziele

  • Gemeinsame Bestandsaufnahme der rechtlichen Rahmenbedingungen in den 16 Ländern (inkl. strukturierter Übersicht)
  • Zusammenführung und vergleichende Darstellung institutioneller Strukturen und bestehender Infrastrukturen in den Landesdenkmalämtern
  • Sammlung und Aufbereitung einschlägiger Regelwerke und Handlungsanweisungen zur Datenveröffentlichung und -nutzung
  • (optional über Ausgründung in TWG): Herausarbeitung gemeinsamer Herausforderungen und Perspektiven im föderalen Kontext im Austausch mit den beteiligten Akteuren
  • (optional über Ausgründung in TWG): Erarbeitung eines abgestimmten Rahmens zur Weiterentwicklung und besseren Verzahnung der Dateninfrastrukturen
  • (optional über Ausgründung in TWG): Ableitung praxisnaher Orientierungen für Standardisierung, Datenaustausch und nachhaltige Infrastrukturentwicklung

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